Die Zukunft von Filmfestivals
Ich arbeite seit einigen Jahren für die Internationalen Filmfestspiele Berlin (kurz: Berlinale) – genauer gesagt kümmere ich mich um die Webseite und einige organisatorische bzw. technische Abläufe im Rahmen des Berlinale Talent Campus. Die Berlinale ist eins der drei wichtigsten jährlichen Filmfestivals (neben Venedig und Cannes) und wird im nächsten Jahr zum 60. Mal stattfinden.
Angestoßen durch eine Reihe von Essays im aktuellen Schnitt Magazin und einem langen Gespräch mit Matthijs und Christine vom Talent Campus habe ich mir in den letzten Tagen ein paar Gedanken zur möglichen zukünftigen Bedeutung von Filmfestivals gemacht.
Einen guten Einstieg in die aktuelle Festival-Landschaft gibt ein Interview von Wieland Speck, dem Leiter der Sektion Panorama der Berlinale. Er hat es im Rahmen des Cannes Film Festival dem Deutschland Radio gegeben. Also einfach mal reinhören: Wieland Speck über die Zukunft von Filmfestivals!
1. Historische Funktion
Historisch betrachtet erfüllen Festivals Funktionen, die sich seit der Gründung des ersten internationalen Festivals 1932 in Venedig lange Zeit nicht verändert haben. Sie präsentieren eine kuratierte Auswahl aktueller Filme im Rahmen von Wettbewerben oder themenbasierten Programmen und ermöglichen Filmschaffenden, Publikum & Presse einen Überblick über den lokalen oder nationalen Tellerrand hinaus. Dabei erreichen die großen Festivals Zahlen, die Ihren enormen Einfluss auf die Filmbranche untermauern: mehr als 4000 Pressevertreter, ca. 20.000 akkreditierte Fachbesucher und mehrere hundert tausend Kinobesuche haben zum Beispiel die letzte Berlinale mit Rekorden abschließen lassen.
Filmfestivals jeder Größenordnung dienen immer auch als Treffpunkt und Networking-Messe für Filmemacher und ermöglichen nicht zuletzt durch angeschlossene Filmmärkte den Handel mit Filmen und Lizenzen oder die Anbahnung neuer Projekte.
Viele Festivals haben sich über die Jahre spezialisiert und einen bestimmten Stil der Filmauswahl und Programmzusammenstellung etabliert (zb. Black & White Festivals oder Schwul-Lesbische Festivals) . So werden ganze Genres durch einzelne Veranstaltungen beeinflusst. Natürlich legen einige Festivals ihren Fokus auch auf formale Aspekte, wie zB. Kurzfilm- oder Dokumentarfilmfestivals. Fast allen Festivals gemein ist der Anspruch, einem größeren Publikum besondere Filme ansprechend zu präsentieren, die sich vom aktuellen Kinogeschehen unterscheiden. Die Berlinale etwa beschreibt sich selbst und Festivals im ganzen treffend: “Kunst, Glamour, Party und Geschäft liegen zwei Wochen lang eng beieinander.” und hebt dabei zusätzlich den Glamouraspekt in den Vordergrund, den vor allem für das Publikum die Anwesenheit von Stars und Sternchen auszeichnet.
2. Festivalboom
In den letzten Jahren erleben Filmfestivals einen weltweiten Boom, eine Vielzahl von Veranstaltungen wurde neu gegründet und etablierte Festivals erleben Rekorde bei Besucherzahlen und eingereichten Filmen. Die Ursache hierfür kann man vielleicht im Siegeszug der Digitalisierung des Filmgeschäfts finden. Mehr Filme werden in höherer Qualität günstiger produziert, und auch die technischen und organisatorischen Herausforderungen zur Umsetzung eines Filmfestivals sind durch digitale Datenträger und Projektion bis zu einer bestimmten Qualitätsstufe deutlich gesunken. Wir selbst screenen ja bei den Strange Shorts regelmäßig Filme für mehrere hundert Personen mit einem überschaubaren Aufwand (wobei die Strange Shorts kein Festival im eigentlichen Sinne sind.
Ist die Situation für Filmfestivals also eine glänzende, scheint die Zukunft der Events rings um die Globus gesichert – geht der Boom immer weiter? Ein Automatismus ist das sicher nicht, denke nicht nur ich.
3. Festivals in Konkurrenz zu anderen Medien
Die Festivals stehen mit nahezu jeder ihrer Funktionen (Unterhaltung, Networking, Markt, Kunstvermittlung usw.) in Konkurrenz zu anderen Medien, Veranstaltungen und deren Entwicklungen. Ihre Funktion als Kanalisator des internationalen Filmgeschehens, als Treffpunkt für Filmschaffende und als Marktplatz wird mehr und mehr durch die Möglichkeiten des Internets neu abgebildet und erweitert. Bereits heute kann ich als Zuschauer eine Vielzahl von Filmen direkt abrufen, bestellen oder zumindest recherchieren. Unzählige Webseiten, Blogs (taz – Geht die Filmkritik am Internet zugrunde?) und Plattformen (facebook film) nehmen mir dabei die Selektion der Inhalte ab oder erleichtern sie zunehmend. Entdecke ich die besten asiatischen Filme zukünftig auch auf einem Festival in meiner Stadt oder finde ich sie über ein Themenblog online und hole sie mir gegen Bezahlung direkt ins Heimkino? Full-HD Beamer, Breitband-Anschluss und Sourround Anlage sind keine Besonderheit sind oftmals bereits Standard, moderne Spielkonsolen ermöglichen das Schauen von Filmen gar ohne Nutzung eines PC.
Treffen sich Filmschaffende weiterhin regelmäßig auf Festivals oder treten Netzwerke wie Crew-United, Shooting People oder Facebook mehr und mehr in den Vordergrund? Werden Filme zukünftig noch immer auf einem zeitlich und räumlich begrenzten Filmmarkt wie dem EFM während der Berlinale oder dem MDF in Cannes gehandelt? Können nicht Online-Angebote flexibel fast alle Sichtungs-, Informations- und Kaufvorgänge übernehmen? Ich habe selbst im letzten Jahr die Kurzfilmplattform rathershort.com mitentwickelt, die viele dieser Aspekte abbildet, und es gibt weitaus mehr dieser Networks im Bereich Langfilm.
Nutzen Filmemacher dann Festivals noch als einen Ort zur Präsentation oder Distribution oder veröffentlichen Filmschaffende ähnlich einigen Musikern bald auf gänzlich andere Arten selbständig? Ich denke, es gibt hierfür keine eindeutigen Antworten, aber schnell wird klar, das sich Filmfestivals mit aktuellen Entwicklungen und vor allem mit neuen inhaltlichen und technischen Möglichkeiten auseinander setzen müssen. Festivals werden weiter existieren, aber in welcher Form? Welche Bedeutung werden sie künftig haben?Welchen Bedrohungen sind sie ausgesetzt? Dazu habe ich eine interessante Liste von möglichen Problemen für FIlmfestivals entdeckt, die überraschenderweise die Digitalisierung und ihre Folgen komplett ausklammert. Autoren sind Karin Wolfs, (“De Filmkrant“, “Screen International“) und Dana Linssen (“NRC Handelsblad“, “De Filmkrant“) aus den Niederlanden:
13 threats to a free movement of film:
1 Intolerance and (self) censorship
In her annual Christmas speech Dutch queen Beatrix said that ‘at the basis of each democracy lies [...] the freedom of speech as everyone’s good right.’ Who can oppose this? But she immediately warned not to tread on too many toes. Nowadays in The Netherlands and most other countries in the world an uncomfortable tension exists between tolerance and the freedom of speech. Is it more important to keep good peace, then to guarantee artistic, scientific and intellectual freedom?Which limits are set by governments and laws, and which standards and values do we impose on ourselves? At this moment the main threat to cinema is the selfcensorship people subject to, because they are afraid they will offend others. Art is a place of refuge, both a sanctuary and an asylum, where among others film makers should be able and enabled to tell the stories they need to, in every possible way they feel is appropriate.
Ich denke, dass Festivals weiterhin mutig sein müssen, Filme jedweder Art und Meinung zu zeigen, ob es pc ist oder nicht – denn darin liegt eine ihrer großen Stärken (wie auch Wieland Speck im Interview schön belegt!). Sicherlich bietet sich auch für einige Veranstaltungen hier eine Chance, mehr zu wagen und zu thematischen öffentlichen Diskussionen beizutragen – hier ist allerdings auch klar zu benennen, das die meisten Festivals abhängig von staatlichen (z.B. MEDIA) oder privaten Förderungen bzw. Stiftungen sind und sich hier in einem Spannungsfeld befinden. Eine interessante Entwicklung zum Thema ließ sich vor kurzem in den USA beobachten, wo es große Kontroversen um die öffentlichen Haltungen einiger Festival-Direktoren zur Proposition 8 (Stichwort: Gay-Marriage) gab.
2 The free market
According to new WTO-rules ‘culture’ is at risk to become the next free trade zone. That means the end of national arts funds and support measures that contradict with the rules of free trade. Consequence: no more state funding for film and film festivals. Hollywood, already dominating 80 percent of the European market, will become the single one player and profiteer. So far the free market has not encouraged more freedom for artists, nor more freedom of choice for the spectator. UNESCO applies counter-pressure in its Cultural Convention, but its range is limited by the way individual countries actively take measures to protect and stimulate cultural diversity.
Ich sehe persönlich ganz und gar nicht das Ende nationaler Kunstförderung, ich denke es gibt im Gegenteil gerade im Zuge von wirtschaftlicher Rezession historisch genügend Beispiele für Protektionismus, auch in der Kunst. Ich finde dieses Szenario etwas weit hergeholt, zudem hat Kunst nicht immer etwas mit Markt zu tun – nicht umsonst werden jährlich hunderte Filme gemacht, einzig um gemacht zu werden, um etwas auszusagen, um ein Statement zu sein oder schlicht eine Geschichte zu erzählen. Filme werden immer gemacht, so wie Bücher geschrieben werden. Bereits heute ist dies der größere Fundus für Festivals gegenüber den Studioproduktionen.
3 The end of support measures
What happens when rich Western countries stop investing in film cultures from less developed countries? Will groundbreaking film movements from Latin America and Africa come to a standstill? How far reaches the responsibility of film festivals not only to invest in film production, but also in film distribution in the countries of origin?
Das ist eine sehr eindimensionale Ansicht, denke ich. Ein großer Teil internationaler Filmförderung kommt zudem durch öffentliche und private Stitungen zustande. Viel tragender ist die Frage, ob sich Festivals zukünftig auch um die Distribution dieser Filme kümmern können und sollten – ich denke ja, aber dazu später mehr. Wann hat ein afrikanischer Film mehr Chancen auf Publikum im Ausland als während oder nach einem Festival – mit dem heutigen Stand der Technik kann ein solcher Film selbst ohne Verleih direkt vertrieben, mehrfach gezeigt oder on demand verkauft werden, ob vom Festival oder entsprechenden Partnern. Gerade hier sehe ich viel Potenzial und auch Profilierungsmöglichkeiten für alle Beteiligten.
4 The event society
As film festivals turn more and more into ‘events’, they have to compete with other events unscrupulously; in The Netherlands for example with the car expo, the North Sea Jazz festival, de house keeping expo and the naval review (see the Dutch doc Pretpark Nederland (Amusement park The Netherlands) to get a hunch). To what extent are film festivals willing to compromise? Does film become just another article of consumption, instead of a cultural phenomenon that can sometimes be strange, difficult, non-commercial or even incomprehensible?
Ein guter Punkt, und doch eine ängstliche, zurückhaltende Meinung. Ein guter Event kann selbst strange, difficult und alles weitere sein, auch und gerne unkommerziell. Das eine schließt das andere nicht aus. Festivals sollten die Konkurrenz von anderen Veranstaltungen als Chance und Herausforderung annehmen. Warum sollte es bequemer sein, zu einem Fussballspiel zu fahren (Sonderbusse, durchgeplanter Ablauf, Kinderbetreuung, Gastronomie etc.) oder komfortabler eine Messe zu besuchen (Online-Programmplan, mobile Services, Hotelservice, Shuttles etc.) ? Ich möchte Ähnliches auch von einem (großen) Festival erwarten können – dies beinflußt die Wahrnehmung der präsentierten Filme wenn überhaupt, eher positiv und schafft die Basis für Reflektion und Diskussion der behandelten Themen.
5 The Geld-premiere
Berlin fest director Dieter Kosslick recently noticed that new film festivals, like the ones in Rome and Dubai, have the financial resources to snatch away stars and premieres from the traditional film festivals. Instead of the Welt (‘world’) premiere you will get the Geld (‘money’) premiere. This over-rated status of film festivals will turn itself against the films and their spectators. The claim on exclusivity many film festivals hold, expels films that once screened in a competion to sidebars or no screenings at all. Cannes is the only film festival that can really have it it’s own way. But for how much longer?
Die beindruckenden Momente eines Festivals sind meiner Meinung nach nicht unbedingt die Auftritte von Cloney und Co auf dem Roten Teppich, auch wenn sie sicherlich mehr oder weniger zum Spektakel gehören. Wenn sich Festivals nur darauf reduzieren (lassen) verspielen sie selbst ein gehöriges Maß an Glaubwürdigkeit und Austrahlung. Ich denke es gibt viele Wege, sich als Veranstaltung zu positionieren, die nichts mit Geld zu tun haben müssen, egal ob inhaltliche oder veranstaltungstechnische.
6 Rights
According to internet lawyer Lawrence Lessig strict interpretation of copyright laws may create a situation in which more and more films become inaccessible. In the digital era films are protected with digital copy-safeguarding (digital rights management). Users will be able to play the films as long as they have the right devices, ‘keys’ or encoded software. A situation may arise in which these codes are no longer decipherable. For instance when the company that distributed the keys, no longer exists. Then the material is no longer available, unless one knows how to crack the code.6.a Copyright
Less and less film makers are able to maintain their copyrights and as a consequence decide where and how their films are to be shown. It’s about time creative minds reclaime their rights.6.b Film rights
Film festivals are developing themselves into rights consuming monsters. When will they bite their own tail? More and more they claim exclusive rights of the films they helped produce by means of festival associated production funds and co-finance markets. Thus they obstruct the free distribution of films and film rights. How altruistic are film festivals these days? Or do they become an aim in itself?
Copyright ist ein sehr sehr weites Feld, und natürlich sind auch Festivals davon nicht ausgenommen. Generell ist unser heutiges Bild von Copyright zwangsweise völlig überholt, wie der angesprochene Lawrence Lessig wiederholt in Vorträgen (ted.com, republica09, sein blog) herleitet (ich stimme ihm einhundert Prozent zu). Warum jedoch sollten Festivals nicht selbst Filmproduktionen fördern wie etwa die Berlinale mit dem World Cinema Fund? Ich denke sie dürfen und sollen so aktiv agieren wie sie können. UPDATE: Lawrence Lessig war gerade in Berlin bei der Heinrich Böll Stiftung und hat einen schönen Vortrag gehalten, den es jetzt als mp3 gibt. Anhören!!
7 Piracy
Piracy is about to kill the film industry, at least according to the industry itself, that at the same time is unable to come up with groundbreaking measures to limit piracy and enable ‘pay per view’ distribution by means of the internet. Who will suffer from this? Obviously not the big studio’s, but probably the (semi-) independent film makers and production companies that are forced to pay the bills. On the other hand this situation enables the real independents to seize to power on the internet and do it their selves, like Brave New Films did with Iraq for sale.
Piracy killt wie so schön beschrieben erst mal gar nichts sondern zeigt den immensen Bedarf nach digitaler Verbreitung und Zugänglichmachung von Medien, in diesem Fall Filmen auf. Erstaunlicherweise macht die Filmindustrie die gleichen und sogar noch weitaus mehr Fehler als die Musikindustrie fünf Jahre zuvor, wie auf Tech Crunch exemplarisch beschrieben wird. Natürlich müssen Festivals Vorkehrungen treffen, um Filme vor unerlaubter Vervielfältigung zu schützen. Doch das eigentliche Problem liegt davon weit entfernt. Wenn ich einen Film in Deutschland entweder Monate nach dem US-UK-CA-ES oder was auch immer für einem originalen Start im Kino sehen kann, oder aber gar nicht, oder aber aber nicht im Original (dieses aber auch nicht käuflich erwerben kann) gibt die Filmindustry jedem Kopierer alle Anreize, Berechtigungen und vor allem willige Nutzer an die Hand, die sie selbst so gern als Kunden hätte.
8 Lost in multitude
Film production is already enormous and still booming; the internet is infinite. Will we still be able to find our way around in this landscape of abundances? Are there still real discoveries to be made, or do we follow each others trails from hype to hype? And do small, special and specific films become more and more restricted to limited audiences? What is the final frontier of internet? Are our possibilities dictated by money, time and the love of ease?
Kleine, spezielle Filme werden meiner Meinung nach eher vom Netz profitieren, zumindest, wenn die Macher ihre Hausaufgaben machen (etwa a la Peter Broderick – Maximizing Distribution). Und auch die wachsende Filmproduktion (die mit dem Internet an sich rein gar nichts zu tun hat) sollte Festivals eher frohlocken lassen. Sicher ist es nicht einfach, mehrere tausend Einsendungen zu sichten und aus einem riesigen Pool Filme auszuwählen und zu präsentieren. Die Chance zu mehr Diversifikation besteht jedoch auch gerade dadurch und es liegt an den Festivals selbst, sich durch gute Vernetzungen und eine konsequente inhaltliche Zusammenstellung des Programms als ein Platz der Entdeckungen zu präsentieren – so wie sie das schon seit Ihrer Entstehung tun.
9 Sponsors
When governments cease to see the importance of film funding and support for film festivals and the curse of the free market enters the realm of the arts, will sponsors gain more and more power on the film screen? Will they politely suggest the screening of films that tackle a certain ‘awareness’ with their ‘customers’? And will South Korean films only get a chance when the embassy is paying the bills?
Nein. Ganz klar: Eine klare inhaltliche Linie ist möglich und kann auch Sponsoren und Förderern kommuniziert werden. Diesen Anspruch müssen Festivals haben, und diesen Anspruch müssen Sponsoren mittragen können, das es machbar ist beweisen viele Events seit Jahren (wie leider auch das Gegenteil). Ich blende hier jetzt mal diese Liste aus, da ich die weiteren Punkte für überwiegend irrelevant und konstruiert halte und leite lieber über zum Schnitt:
Festival-Direktoren zur Zukunft von Festivals
Unter Regie von Lars Henrik Gass hat das Magazin Schnitt Ansichten einiger Leiter von international renommierten Filmfestivals zu diesem Thema veröffentlicht. Wer sollte sich mehr mit dem Thema Beschäftigen? Genau! Dabei gibt es bemerkenswerte Ansichten, ein paar Auszüge möchte ich hier gern kommentieren :
Festivals bringen Filme in den Verrieb
Sandra Hebron (Künstlerische Leitung BFI Film Festival London) kategorisiert die auf Festivals präsentierten Filme in drei Kategorien, und zeigt damit eine differenzierte Sichtweise auf die eigentlichen Inhalte – sie nennt
1. Filme, die bereits einen Verleih haben.
2. Filme, die durch das Festival / den Filmmarkt einen Verleih erhalten könnten.
3. Filme, die keine Verleih haben und voraussichtlich auch keinen finden werden.
und legt damit das Augenmerk auf die Präsentationsfunktion und die Plattform, die Festival bestimmten Filmen erst (und einzig) bieten können. Sie verweist auf eine Feststellung von Thomas Elsaesser (Film Festival Networks: The New Topographies of Cinema in Europe, hier in der online Version): “Seit Mitte der 90er Jahre gab es wenige Filme ohne Festivalpreise oder ausgiebige Ausstellung auf dem alljährlichen Festivalkreislauf, die einen allgemeinen oder begrenzten Start im Kino erwarten konnten” und führt damit ein wichtiges Argument für die Bedeutung von Festivals an. Nach wie vor dienen sie dazu, bestimmten Filmen einen Weg in die Öffentlichkeit und oftmals zu einem Kinostart zu ebnen, dabei sind sie nicht Marktzwängen unterworfen und können für eine große Bereicherung der öffentlich wahrnehmbaren Filmszene sorgen. So werden Publikumspreisträger von bestimmten Festivals, etwa Sundance, regelmäßig große internationale Kinoerfolge - ohne diesen Push-Effekt könnte ein Film wie “Little Miss Sunshine” niemals ein weltweiter Erfolg werden. Ich persönlich stelle mir öfter die Frage, ob zukünftig Festivals nicht (zumindest rein technisch) die Distribution von Filmen erleichtern oder vorantreiben könnten – und beantworte sie zunehmend mit ja. Die Möglichkeiten sind gegeben, und einen Versuch im Rahmen eines größeren Festivals ist die Idee allemal wert.
Kuratieren als Merkmal
Sandra Hebron greift in ihrem Artikel noch einen weiteren, eminent wichtigen Aspekt von Festivals auf: das Kuratieren der Filmprogramme.
Auf die Frage, ob Festivals in einer Welt mit vielen Plattformen, in der die meisten Filme elektronisch gesehen werden, bereits anachronistisch sind, würde mich mit einem vorsichtigen Nein antworten. [...] Ich selbst glaube, dass die Anziehungskraft im Konzept des Kuratierens weiter bestehen, vielleicht sogar größter sein wird, besonders, wenn seine Subjektivität offensichtlich gemacht wird. Das zeitgenössische Publikum ist zu großen Teilen sehr kinogebildet (oder zumindest bild- und tongebildet) und fähig, sich ein eigenes Urteil über die Stärken und Schwächen der Auswahl zu bilden. Tatsächlich sind wir und unsere Auswahl inzwischen zum Gegenstand energischer Diskussionen im Internet geworden. Eines der wichtigsten Ideale eines kuratierten Festivals ist es, als Polemik zu erscheinen, etwas, auf das man genauso ablehnen wie unterstützend reagieren kann.
Ich denke, dass es ein Grundgedanke eine guten Festivals sein muss, inhaltlich zu Diskussionen anzustoßen. Teilweise wird allein dadurch bereits eine gewisse Relevanz begründet, mindestens trägt es zum Unterhaltungsfaktor der Veranstaltung bei, wenn die Filmzusammenstellung erwartet, diskutiert und bewertet werden kann.
Nutzung des Internets
Zum Abschluss des Artikels von Sandra Hebron wirft sie die Frage auf, wie Festivals zukünftig innovativer mit dem Medium Internet umgehen können, im Vergleich zur heutigen, linearen Nutzung:
Bis jetzt fühlt sich das so an, als wären viele von uns im digitalen Kindergarten, da wir das Internet in seiner rudimentärsten Form nutzen, um unsere Marketing- und Buchungsmöglichkeiten auszudehnen, um Live-Events zu übertragen und Programminhalte zu streamen. Das ist alles richtig, aber es mutet schon jetzt begrenzt und altmodisch an.
Ich sehe das genauso, kann aber aus eigener Erfahrung sagen, das es einfacher gesagt als getan ist, wirklich innovative Nutzungsarten des Netzes im Rahmen großer Festivals zu etablieren. Hier gelangt man schnell an Reibungspunkte mit der klassischen Ausrichtung, Technologieangst und schlicht und einfach Mangel an Ressourcen und Mut. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Festival klassische Eigenschaften mit moderner Technik kombinieren und damit ein vernetztes, über den eigentlichen Event hinausgehendes Angebot für Publikum und Filmschaffende erschaffen kann. Dabei können verschiedene Ansätze verfolgt werden – ich denke es wird als eine Folge dieser (möglichen) Entwicklung sehr verschiedene Arten von Filmfestivals geben (können).
Inhaltliches Selbstbewusstsein und Konsistenz
Oliver Père, seit 2003 Leiter der Quinzaine des Réalisateurs beim Festival in Cannes und zukünftig Leiter des Festivals in Locarno betrachtet Festivals etwas generalisierter und bezeichnet sie als Schaufenster für das Kino:
Seit seinder Erschaffung ist das Kino ein Fenster zur Welt, zum Menschen, zur Seele des Künstlers und seiner Modelle. Ein Filmfestival muss ein Fenster auf dieses Fenster sein. [...]
Die Aufgabe des Kinos ist es, das Kino zu begleiten, es zu kommentieren und zu bestärken – nicht bloß, es auszustellen.
Ähnlich argumentiert Silke Johanna Räbiger (Leiterin des Internationalen Frauenfilmfstivals Dortmund), indem sie Festivals den Mut zur Avantgarde zugesteht.
Die Krise des Kinos ist eher eine Krise seelenloser Kinosäle. Die AG KINO – Gilde deutscher Filmkunsttheater konnte im Rahmen der diesjährigen Berlinale die Zahlen für 2008 vorlegen und damit für die Arthouse-Kinos eine überaus erfreuliche Bilanz präsentieren. Das Ansteigen der Besucherzahlen um ca. 7% markiert einen positiven Trend, der insbesondere auf ein profiliertes und anspruchsvolles Filmangebot zurückgeführt wird. [...]
Das Kino Genuss sein kann – ganz ohne Popcorn und Cola – zeigt die Wiedereinführung von Luxus Kinos in Deutschland. Dies geschieht nach dem amerikanischen Vorbild der Landmark Theaters [...], um dort ein anspruchsvolles Kinoprogramm für ein anspruchsvolles Publikum “in a sophisticated adult oriented atmosphere” zu präsentieren.
Kurzer Zwischenruf: Das hört sich für mich ganz nach dem RadioEins Konzept an: nur für Erwachsene …
Welchen Schlus lassen diese Beobachtungen für Filmfestivals zu? Zunächst wird deutlich, dass sich durchaus relevante Besuchergruppen für das Kino ansprechen lassen. Allerdings werden sich Filmfestivals zukünftig eher einer ungewohnten Aufgabe stellen müssen. Nicht nur das Halten ihres traditionellen Publikums und das Ringen um die hippe junge Generation stehen auf der Tagesordnung, sondern das Heranführen von Kindern und Jugendlichen an die Filmkultur.
Die hier zitierten haben weitere, wichtige Aspekte angesprochen, ich reduziere es mal etwas brutal auf das Selbstverständnis eines Festivals, ein bestimmtes Niveau an Inhalten zu präsentieren und auch etwas vom Publikum fordern zu können. Gerade über eine längere Zeit entsteht so ein deutliches Profil. Festivals sind bereits heute Marken, sie stehen im Idealfall für einen bestimmten Stil und schaffen eine einzigartige Atmosphäre. Sie repräsentieren oftmals einen Ort oder eine ganze Region und sind gleichzeitig Brückenbauer für internationale Kontakte. Diese Eigenschaften müssen mehr kommuniziert und genutzt werden. Was ist ein typischer Berlinale Film? Welcher Film passt nach Cannes oder nach Hannover? Diese eigentlich elementare Frage kann und muss weiterhin ein Bestandteil der Programmierung von Festivals sein, und ist es in den meisten Fällen bereits. Letzlich ist das Festival immer auch eine Alternative zum Kino (filmreference.com):
The staying power of film festivals will continue to depend, in part, on providing an alternative to the multiplex. The shrinking number of art-film theaters, owing to competition from cable television and the home-video industry, also lends increasing importance to festivals. Exhibition patterns have always influenced cinematic styles, and the festival phenomenon has given indispensable exposure to new and unconventional works that might not otherwise be seen by the producers, distributors, exhibitors, and others who largely control the financial infrastructure of theatrical film.
Also invaluable is many festivals’ practice of spotlighting overlooked or forgotten movies from the past that would otherwise remain unknown to—or at least unviewable by—scholars and critics as well as curious movie fans. Ever since Venice commenced its festival activities in the 1930s, such events have amply proven their merit as what Richard Peña, the New York Film Festival program director, describes as “a refuge from the vicissitudes of the marketplace.” Film festivals are indeed one of the vital signs of a thriving cinema.
Der zweite Punkt ist das Heranführen von “neuen” Besuchern an diese Inhalte. Ich denke, dass gerade in diesem Punkt etwa bei der Berlinale mit der Sektion Generation sehr gute Arbeit geleistet wird. Im Übrigen ist es gerade diese Sektion der Berlinale, die bereits eigene DVD Reihen und Projekte mit Schulen auf die Beine gestellt hat. Salopp gesprochen können sich viele Festivals davon gern eine Scheibe abschneiden …
Zurück in die Zukunft
So ist der Beitrag von Marco Müller (Leiter des Internationalen Filmfestivals Venedig) überschrieben, und neben vielen anderen Aspekten verweist er auf einen aktuellen Trend, die Technisierung von Film:
Viele Filme langweilen die Menschen eher, als sie zu unterhalten. Sie verheißen dem Zuschauer die neuesten ästhetischen Techniken (Effekte im Drehbuch, in der Darstellung, in der Inszenierung, in den visuellen Tricks), lasen sie aber enttäuscht zurück, hungrig nach den timulatia der Fantasie und nach den Illusionen, die ihnen das Kino in früheren Zeiten verschaffen, ja garantieren konnte.
Mich bringt das sofort zum Thema 3D. Aktuell wurde Cannes mit der Premiere des neuen Pixar Films UP (Trailer) eröffnet, auch weitere Festivals werden Produktionen in 3D zeigen oder haben es bereits getan (ich war etwa überrascht, eine 3D Produktion beim Kurzfilmfestival Landshut zu entdecken). Persönlich empfinde ich etwas Befremden, wenn eine neue Technik der Heilsbringer von Kino Und Festivals sein soll – schließlich fügt die genannte Dem Film doch weitaus weniger Neues hinzu als etwa Farbe oder Ton. Einige schöne Artikel zum Thema finden sich für Interessierte hier, hier und hier auf Kinoberlin.
Festival als Kino im besten Sinn
Letzlich müssen sich Festivals meiner Meinung nach die Frage stellen, was sie mit welchen Mitteln darstellen wollen (da ist nicht neu, natürlich). Filmfestivals können etwas bieten, dass ein normaler Kinobesuch oftmals leider nicht mehr erreicht. Ein kollektives Erleben von Kultur, eine einzigartige Atmosphäre, Kontroversen, Jubel und Applaus, Ablehnung oder Diskussionen. Im Gegensatz zu einem nur mäßig gefüllten Kinosaal samt Mainstreamfilm kann ein Festivalbesuch gänzlich die besten Eigenschaften von Kino bieten. Der Film steht auf einem Festival im Mittelpunkt, ist noch nicht durch alle Kanäle mit Trailern und Interviews kaputtgeredet worden – der Regisseur ist anwesend, es wird eine besondere Situation geschaffen: man kann etwas verpassen, wenn man nicht anwesend ist. Festival ist Kino im besten Sinn.
Überwindung von zeitlicher Beschränkung
Jedes Festival ist auf einige Tage beschränkt, doch über diesen kurzen Zeitraum hinaus kann ein Festival präsent bei Publikum und Branche bleiben. Dafür gibt es verschiedene Ansätze. Die Berlinale etwa zeigt jedes Jahr im Sommer ausgewählte Filme aus dem Festivalprogramm im Freiluftkino. Andere Festivals organisieren Tourneen und Kooperationen mit anderen Events um Filme aus ihrem Programm und damit sich selbst erneut in die Öffentlichkeit zu bringen. Gleichzeitig gibt es auch abseits der eigentlichen Filme viel Potenzial für mehr Aktivität.
Bessere Verbindung zum Publikum, menschlicheres Festival
Mir persönlich fällt oft auf, dass für Festivalveranstalter das Publikum aus dem Fokus gerät, wenn es den erst einmal im Saal sitzt, bzw. ein Ticket gekauft hat. Dabei wird viel Potential verschenkt, beginnend bereits mit der Veröffentlichung des Festivalprogramms. Üblich ist es, einen Programmkatalog zusammenzustellen, entsprechende Flyer und Ausleger sorgen ebenfalls für einen Ein- bzw. Überblick über das Programm, natürlich zusammen mit der jeweiligen Webseite eines Festivals. Leider ist das oft statisch und uninspiriert, nicht zuletzt technisch. Warum gibt es fast nirgends Programme als RSS Feed oder als iCal Kalender, die ich einfach auf jedem Rechner, Telefon oder Handheld nutzen kann. In den seltensten Fällen gibt es eine gute mobile Website, die Besuchern während des Festivals hilfreich zur Seite steht (a la “Welche Filme beginnen in den nächsten 45 Minuten?”). Diese einfach zu realisierenden Services stellen natürlich nur die Basis des Machbaren dar.
Sie dienen nur der Information. Weitaus größeren Spielraum bieten interaktive Angebote, einige Beispiele wären: -> Zugangsbeschränkte Diskussionsfunktion für Besucher eines Screenings auf der Festivalwebsite durch Kennung auf dem Eintrittsticket -> Markierung von Filmen oder Filmschaffenden als Favoriten, so dass ähnliche Filme, weitere Informationen, ein späterer Kinostart oder ähnliche Daten an den Besucher gesendet werden können. Wenn etwa einer meiner favorisierten Filmemacher in drei Jahren wieder zum Festival eingeladen wird, kann ich so direkt per E-Mail darauf hingewiesen werden. Inklusive Link zum Ticketkauf. Händler wie Amazon nutzen diese einfachen Dienste seit Jahren erfolgreich und binden so Kunden. Warum können Festivals dies nicht für ihr Publikum leisten? Wer kann Nachrichten über ein Festival glaubhafter, schneller und verteilter verbreiten als das Publikum selbst? Ich sehe darin auch durchaus große Möglichkeiten für die gezeigten Filme im Bezug auf ihren Bekanntheitsgrad und mögliche neue Zuschauer.
Aktuelle Technik für mehr Flexibilität
Festivals müssen dem Publikum ein möglichst perfektes audiovisuelles Erlebnis bieten. Gleichzeitig stehen gerade internationale Filmfestivals einer großen Bandbreite an Formaten der gezeigten Filme gegenüber, und das bereits während der Sichtung der vielen Einreichungen. Während wir beim Talent Campus seit mehreren Jahren eine voll digitale Einreichung, Sichtung und Auswahl der Teilnehmer nutzen, arbeiten viele Festivals notgedrungen sehr viel klassischer mit einem Mix aus analogen und digitalen Medien und den entsprechenden Abspielgeräten. Die Zukunft liegt hier eindeutig in zentralen Auspielsystemen, die die Verwaltung, Sichtung und das Screening von Filmen formatflexibel, räumlich unabhängig und schnell möglich macht. Früher oder später werden alle größeren Festival daran nicht vorbei gehen können und ich bin gespannt, welches Event die Vorzüge dieser Technik auch programmatisch zu nutzen versteht. Obwohl gerade einige, große Festivals vor allem auf Screenings per DCI setzen, ist das eigentliche genutzte Verfahren und auch die eingesetzten Formate nicht weiter wichtig. Weitere Gedanken:
- – eingereichte Filme können flexibel verwaltet und gesichtet werden, mit Hilfe von gesicherten Zugängen auch online.
- – Filme können einfacher zu Programmen kombiniert / kuratiert werden, wenn auf notwendige Abspieltechniken kene Rücksicht mehr genommen werden muss
- – es ergeben sich Möglichkeiten zum Direktvertrieb von Filmen
Ein moderner Markt öffnet sich dem Publikum und bietet Filme an
Ein Aspekt, der in allen zitierten Beiträgen meiner Meinung nach deutlich zu kurz kommt, ist die Frage nach der Bedeutung eines Filmmarktes (ich werde zu diesem Thema noch einen eigenständigen Artikel verfassen).
Filmmärkte sind für Festivals oftmals ein elementarer Bestandteil ihres Konzepts. Sie ermöglichen, Verkaufsmessen gleich, die Präsentation von fertigen oder in Kürze fertig gestellten Filmtiteln und die Anbahnung neuer Projekte. Produzenten stellen sich an Ständen möglichen Partnern, Investoren und Rechtehändlern vor, es gibt spezielle Vorführungen von Filmen in eigens dafür bereit gestellten Kinosälen. So werden auf der Berlinale 400+ Filme im öffentlichen Programm gezeigt, aber zusätzlich noch mehr als 800+ Filme nur im Rahmen des Marktes und für Pressevorführungen. Filmmärkte werden, besonders für die großen Festival eine besondere Rolle in der Definition ihrer Bedeutung für die Filmindustrie spielen – und ich denke, dass sie auch ein erster Ort für (technische) Innovationen sein werden, die sich dann schrittweise in das öffentliche Festival integrieren werden.
Zusammenfassend kann ich, auch nach dieser Fülle von Anregungen, Themen und Meinungen nur sagen, dass ich glaube, dass sich Festivals mehr und mehr individualisiert entwickeln und positionieren werden (müssen), um weiterhin eine so große kulturelle und institutionelle Bedeutung zu genießen. Ein weitaus schöneres Schlusswort zum Thema findet natürlich Marco Müller im Schnitt, und ich übernehme es gern:
Es ist wichtiger, was wir unsere Zuschauer fragen, als welche Antworten wir ihm geben. [...] Wir werden die Festivals als einen Ort mit einer großen Reichweite individueller Möglichkeiten begreifen können, der nicht nur drch Assimilation entsteht, sondern durch Verständnis, durch einen aktiven Blick und durch Vergleich. Zweifellos braucht das die Zukunft der Festivals.
Weiterführende Links:
Status of Film Festivals, gefunden beim Film Panel Taker:
http://www.thefilmpanelnotetaker.com/2008/09/independent-film-week-state-of-film.html
Unmenge an Links zum Thema:
http://www1.uni-hamburg.de/Medien//berichte/arbeiten/0091_08.html
